Im Gespräch mit Florian David Fitz zum Kinostart von Der perfekte Urlaub

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Zwischen Reisefieber und Realitätscheck

Sommer, Sonne, Strand – und die ewige Sehnsucht nach dem perfekten Zustand. Wenn Florian David Fitz einen Film zum Thema Urlaub macht, darf man keine seichte Postkarten-Idylle erwarten. Eigentlich hätten wir ihn gemeinsam mit dem Cast bei der großen Premiere in Köln gefeiert, doch da ein enger Terminplan ihm einen Strich durch die Rechnung machte, trafen wir den Schauspieler, Autor und Regisseur kurzerhand vorab zum exklusiven Auftakt unseres großen Film-Specials. (Im Anschluss erwarten euch übrigens noch Elias M’Barek und weitere Stars des Films!). Herausgekommen ist ein Gespräch über die Absurdität von Erwartungen, das Schöne im Unperfekten und die Frage, warum wir eigentlich alle ständig verreisen müssen.

MAGAZIN DIE DIETRICH: Lieber Florian, dein neuer Film trägt den verlockenden Titel Der perfekte Urlaub. Fangen wir direkt ganz philosophisch an: Gibt es den perfekten Urlaub überhaupt, oder ist das nur eine genial vermarktete Illusion der Reiseindustrie?

Florian David Fitz: (lacht) Wenn es ihn gäbe, müssten wir keine Filme darüber machen! Ich glaube, das Wort „perfekt“ ist sowieso ein ziemlicher Tyrann. Perfekt ist ja quasi mehr als gut – es ist klinisch rein, es hat keinen Schweiß, keinen verpassten Flug und keine schlecht gelaunten Mitreisenden. Und genau da fängt das Problem an. Wir packen unsere Koffer voll mit Erwartungen, die eigentlich gar kein Mensch erfüllen kann.

MAGAZIN DIE DIETRICH: Das klingt verdächtig nach eigener Erfahrung. Wie sieht für dich persönlich denn der beste Urlaub aus? Mit Anhang oder ohne Anhang?

Florian David Fitz: Oh, das kommt absolut auf die Phase an. Manchmal ist die Vorstellung, einfach komplett autark zu sein und niemandem Rechenschaft schuldig zu sein, verlockend wie eine Fata Morgana. Aber ganz ehrlich? Am Ende des Tages teilt man die Erlebnisse doch lieber. Mit den richtigen Leuten wird selbst der grausamste Dauerregen im Zelt zu einer Anekdote. Ganz ohne Anhang ist es auf Dauer meistens einfach nur einsam – oder man merkt, dass man vor sich selbst geflüchtet ist.

MAGAZIN DIE DIETRICH: Das führt direkt zu einer weiteren provokanten These: Muss man es zu Hause eigentlich erst mal so richtig scheiße finden, um den perfekten Urlaub überhaupt wertschätzen zu können? Brauchen wir den Kontrast, das graue Alltags-Mief, damit die Sonne heller strahlt?

Florian David Fitz: (schmunzelt) Das ist eine großartige Frage! Ich fürchte: Ja. Wir Menschen sind unfähig, den Status quo zu genießen, wenn er dauerhaft anhält. Wir brauchen den Schmerz, um das Vergnügen zu schmecken. Wer nie im Büro gefroren oder im Stau gestanden hat, kann den Sprung ins kühle Nass nicht wirklich feiern. Vielleicht reisen wir gar nicht so sehr für den Ort, sondern für den Zustand davor: um zu merken, dass das Zuhause gar nicht so übel ist – oder eben, dass man da nie wieder hinwill.

MAGAZIN DIE DIETRICH: Nun ist „perfekt“ ein ziemlich komischer Ausdruck. Reicht es am Ende nicht völlig aus, wenn ein ganz bisschen was schiefgelaufen ist – sagen wir, der Koffer kam zwei Tage zu spät oder das Hotelbett hat geduftet wie ein feuchter Keller –, damit es eine geile Reise war?

Florian David Fitz: Absolut! Die perfekten Urlaube im Prospekt sind meistens stinkend langweilig. Worüber reden wir denn Jahre später noch beim Bier? Doch nicht über den Tag, an dem alles nach Plan lief! Wir erzählen von der Autopanne in der Pampa, von dem Restaurant, das so schlecht war, dass wir heute noch lachen müssen, oder von dem heftigen Gewitter. Perfektion ist glatt, aber Erinnerungen brauchen Ecken und Kanten. Ein bisschen Schiss, ein bisschen Chaos – das macht das Leben aus.

MAGAZIN DIE DIETRICH: Zum Abschluss unseres Vorgesprächs, bevor wir in den kommenden Ausgaben ausführlich mit Elias M’Barek und dem Rest des Casts sprechen: War dieser Dreh für dich eigentlich so etwas wie ein „perfekter Dreh“? Es standen ja jede Menge alte Bekannte vor und hinter der Kamera – Kolleginnen und Kollegen wie Elias, mit denen dich jahrelange gemeinsame Projekte und auch privat eine Menge verbindet. Fühlt sich das nach Arbeit an oder eher nach Klassentreffen mit Arbeitsnachweis?

Florian David Fitz: (lacht laut) Ein bisschen von beidem, aber vor allem nach verdammt viel Spaß! Wenn du mit Leuten am Set stehst, die du seit Jahren kennst und schätzt, fällt jede Anlaufzeit weg. Man muss sich nicht erst beschnuppern, sondern kann sofort in die Vollen gehen. Das schweißt zusammen – auch wenn die Gefahr natürlich groß ist, dass man sich am Set öfter mal weglachst, als es dem Regieplan lieb ist. Aber genau diese vertraute Chemie spürt man am Ende hoffentlich auch auf der Leinwand. Es war auf jeden Fall ein großartiger Haufen!

MAGAZIN DIE DIETRICH: Lieber Florian, vielen Dank für diesen ehrlichen und verdammt unterhaltsamen Einblick. Wir vermissen dich zwar schmerzlich bei der Premiere in Köln, aber nach diesem Vorgeschmack blicken wir dem Kinostart von Der perfekte Urlaub mehr als freudig entgegen!

Der Film kommt am 22. Oktober in die deutschen Kinos. Auch diesmal wieder mit dabei: die Hauptdarsteller Karoline Herfurth, Elyas M’Barek, Wotan Wilke Möhring, Jessica Schwarz, Florian David Fitz, Jella Haase und Frederick Lau mit dabei. Unterstützt werden sie im zweiten Teil der Geschichte über die verlogene Freundesclique von Diana Amft

Trailer zum Kinofilm

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