**Im exklusiven Interview spricht Julian Vance, Chief of Emotional Engineering, über empathisches Design, High-Performance-Psychologie und wie echte Resonanz Marken und Produkte prägt. Erfahre, warum die Zukunft Deutschlands in der Verbindung von Technik und Gefühl liegt.** — ## Teaser Was macht ein Produkt wirklich begehrenswert? Im Gespräch mit **Julian Vance**, dem Vordenker für **empathisches Design** und Chief of **Emotional Engineering**, tauchen wir ein in die unsichtbaren Mechanismen der Begeisterung. Erfahre, wie Emotion, Präzision und radikale Empathie die Zukunft von Marken, Produkten und unserer Gesellschaft formen. — ## Die Vermessung der Seele **Julian Vance** gehört zu jener seltenen Spezies von Denkern, die sich weigern, die Welt in „hart“ und „zart“ zu unterteilen. Als führender Kopf im Bereich des **Emotional Engineering** berät er globale Player und Luxusmarken dabei, das Unfassbare messbar zu machen: das menschliche Gefühl.
Während die Branche jahrelang auf Kennzahlen, Spaltmaße und Aerodynamik starrte, stellte **Vance** eine andere Frage: Was passiert im limbischen System eines Menschen, wenn er eine Oberfläche berührt, die mit echter Hingabe gefertigt wurde? **Vance** ist kein Esoteriker. Er ist ein Präzisionsarbeiter der Empathie. Er versteht es, die „Herzblut-Energie“, die in großen Visionen und Milliarden-Investitionen steckt, in greifbare ästhetische Codes zu übersetzen. Für ihn ist ein Mercedes kein Fortbewegungsmittel, sondern eine „Resonanzkammer“. Ein Sakko ist kein Kleidungsstück, sondern ein „Exoskelett des Selbstbewusstseins“.
Wir trafen **Julian Vance** in seinem Berliner Studio, um über die Anatomie des Gefühls zu sprechen – und darüber, warum die Zukunft Deutschlands nicht in der reinen Technik liegt, sondern in der Fähigkeit, Materie mit Seele aufzuladen. — ## Resonanz statt Aufmerksamkeit
Magazin:Herr Vance, Sie kommen aus der Welt der Hochleistungstechnologie, aber Sie sprechen heute mehr über Empathie als über Pferdestärken. Ist das ein neuer Marketing-Quatsch oder steckt da echtes Herzblut drin?
Julian Vance:(lacht) Wissen Sie, der „Marketing-Quatsch“, wie Sie es nennen, stirbt gerade einen langsamen Tod. Warum? Weil die Menschen im Jahr 2026 eine feine Antenne für Künstlichkeit haben. Wenn wir Millionen in ein Sponsoring investieren oder ein Interieur entwerfen, suchen wir nicht nach Aufmerksamkeit. Wir suchen nach **Resonanz**. Aufmerksamkeit kann man kaufen, Resonanz muss man sich durch **Empathie** verdienen.
Magazin:Wie sieht diese „verdiente Resonanz“ in der Praxis aus? Nehmen wir das Beispiel Mercedes.
Julian Vance: Früher war ein Auto ein Statussymbol – ein Panzer aus Prestige. Heute verstehen wir das Fahrzeug als ein Exoskelett der Psyche. Wenn Sie nach einem stressigen Tag einsteigen, muss das Design „verstehen“, in welchem emotionalen Zustand Sie sind. Das Licht, die Haptik des Leders, die Akustik – das ist angewandte Psychologie. Wir investieren Herzblut in Details, die man gar nicht bewusst sieht, die man aber fühlt. Das ist die Energie, es ist die unsichtbare Arbeit am Wohlbefinden des anderen. — ## Emotional Engineering & Empathie
Magazin: Sie nutzen den Begriff „Emotional Engineering“. Klingt das nicht nach einer Manipulation von Gefühlen? Julian Vance: Es ist eher eine Emanzipation durch Design. Wir nutzen Daten nicht, um jemanden zu steuern, sondern um eine Umgebung zu schaffen, die dem Menschen dient. Ein Designer muss heute ein Soziologe sein. Er muss wissen: Wie wohnen die Menschen? Warum fühlen sie sich einsam? Wenn wir einen Rennstall sponsern, tun wir das, weil dort Energie und Leidenschaft in ihrer reinsten Form existieren. Diese Energie zapfen wir an und übersetzen sie in ein Produkt, das dem Kunden sagt: „Ich sehe dich. Ich verstehe deinen Drang nach Exzellenz.“ Stille als neuer Luxus
Magazin: In Ihrem Magazin-Beitrag schreiben Sie, dass „Stille der neue Luxus“ ist. Warum?
Julian Vance: Weil Lärm billig ist. Jeder kann laut sein. Aber einen Raum zu schaffen – ob in der Mode, im Wohnen oder in der Mobilität –, der dem Geist erlaubt, zur Ruhe zu kommen, erfordert radikale Empathie. Wir müssen den Mut haben, wegzulassen. Das ist die höchste Form der Wertschätzung gegenüber dem Nutzer. — ## Die Anatomie des Gefühls
Magazin:Herr Vance, bleiben wir bei diesem starken Begriff: „Anatomie des Gefühls“. Wenn Sie ein Design entwerfen, wo genau setzen Sie das Skalpell an? Was ist das Skelett einer Emotion?
Julian Vance: Das Skelett einer Emotion ist die Erwartung. Neurobiologisch gesehen ist ein Gefühl wie „Begeisterung“ – etwa wenn man vor einem neuen Mercedes-Modell steht oder ein perfekt geschnittenes Kleidungsstück berührt – eine präzise getaktete Entladung von Dopamin und Endorphinen. Aber die Anatomie geht tiefer. Wir arbeiten mit der sogenannten Vika-Rezeption. Das bedeutet: Wie verarbeitet das Nervensystem die Reize von Material und Form?
Magazin: Das klingt sehr technisch. Wo bleibt da die Empathie?
Julian Vance: Genau da beginnt sie! Wahre Empathie im Design bedeutet, die biologischen Bedürfnisse des Menschen ernst zu nehmen. Nehmen wir die „Haptik der Macht“. Wenn ein Schalter im Cockpit einen mechanischen Widerstand hat, der exakt 1,5 Newtonmeter beträgt, dann kommuniziert das „Verlässlichkeit“ direkt an das Kleinhirn. Wenn das Leder eines Sessels die Körperwärme innerhalb von Sekunden reflektiert, signalisiert das „Geborgenheit“. Wir sezieren diese Momente, um eine Umgebung zu schaffen, die den Menschen nicht nur umgibt, sondern ihn emotional vervollständigt. — ## Unsichtbare Energie & Resonante Materie
Magazin: Sie sagten einmal, Empathie sei „unsichtbare Energie“. Wie machen Sie diese Energie für den Kunden spürbar? Julian Vance: Durch die Aura der Hingabe. Wissen Sie, warum uns Sponsoring im Spitzensport so fasziniert? Weil wir die Jahre des Trainings, den Schmerz und die Leidenschaft in jeder Sekunde des Rennens spüren. Das ist die „Anatomie des Sieges“. Im Design ist es das Gleiche. Wenn ein Handwerker in Deutschland 40 Stunden an einer Naht arbeitet, dann „speichert“ das Material diese Energie. Der Kunde spürt das vielleicht nicht bewusst, aber sein limbisches System erkennt die Differenz zwischen industrieller Kälte und menschlichem Herzblut. Das nennen wir resonante Materie. — ## Die Zukunft Deutschlands und unserer Kultur
Magazin: Was bedeutet das für die Zukunft Deutschlands und unserer Kultur?
Julian Vance: Wir müssen weg von der Massenabfertigung und hin zur Qualität der Aufmerksamkeit. Die Anatomie des Gefühls lehrt uns: Der Mensch sehnt sich nach Bedeutung. Ein Produkt, das keine Seele hat, ist nur Abfall in Wartestellung. Wir müssen Dinge erschaffen, die altern dürfen, weil sie mit uns mitfühlen. Das ist die neue deutsche Meisterschaft: Technologische Perfektion, die die menschliche Seele umarmt. — ## Neuro-Ästhetik – Biologisch wirksame Empathie
Magazin: Was ist Neuro-Ästhetik?
Julian Vance: Die Wissenschaft davon, wie unser Gehirn auf Schönheit reagiert. Studien zeigen, dass bestimmte Design-Proportionen (wie der Goldene Schnitt oder biomorphe Formen) die Ausschüttung von Oxytocin fördern – dem Hormon für Bindung und Vertrauen. Wahres High-End-Design ist also biologisch wirksame Empathie.
**Ende des Interviews**


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